Frau, 44 Jahre
Die Klientin beschrieb eine starke Anspannung in Gegenwart ihres Lebenspartners, insbesondere wenn dieser ungehalten oder gereizt war:
„Er ist ja ohnehin schon sehr groß, aber dann nimmt er für mich den kompletten Raum ein. Ich fühle mich in die Ecke gedrängt und reagiere auf jede Kleinigkeit. Ich bin in völliger Anspannung und Erstarrung und weiß nicht mehr, wohin mit mir.“
Auf meine Frage, woher sie dieses Gefühl kannte, erinnerte sie sich spontan an ihren aufbrausenden Vater in ihrer Kindheit. Besonders belastend war die innere Vorstellung seines wütenden Gesichts und das Gefühl: „Ich kann dem nicht entfliehen.“
In der Logosynthese arbeiteten wir zunächst mit diesem inneren Bild. Im Verlauf veränderte es sich: Das Gesicht erschien rot, mit aufgerissenem Mund und fletschenden Zähnen. Besonders diese Zähne lösten starke Anspannung und den Impuls aus, „raus und weg“ zu wollen.
Nach der Logosynthese-Sequenz löste sich dieses Bild auf. An seiner Stelle erschien ein sorgfältig gebügeltes und zusammengefaltetes weißes Hemd, das die Klientin in ihrer Vorstellung auf das Grab ihres Vaters legte.
Anschließend bat ich sie, sich erneut vorzustellen, ihr Lebenspartner käme gereizt nach Hause. Ihre Reaktion hatte sich deutlich verändert: Sie begann spontan und erleichtert zu lachen. Die zuvor gebundene Energie war wieder frei verfügbar; die frühere Bedrohung wurde in dieser Vorstellung nicht mehr erlebt.
Dauer der Sitzung: 75 Minuten · Präsenzsitzung in Köln